Challenge: Capsule Wardrobe




Wisst ihr, wenn man in ein paar Wochen umziehen will, stellt man sich unweigerlich irgendwann einmal die Frage, wie viel Kram man eigentlich noch so besitzt. Und während man sein Hab und Gut mit einem Blick abscannt, bleibt man auch mal am Kleiderschrank hängen und fragt sich, ob das, was da hinter den Türen chillt, noch eine Anwesenheitsberechtigung hat. Stichwort Ausmisten, bei dem viele gleich wieder die Türen zuschlagen.

Kennt ihr zufällig die, die vor einer Shopping-Tour gemeint haben, sie würden heute nichts kaufen wollen und am Ende diejenigen waren, die mit den meisten Kleiderbügeln um die Ecke bogen? -Jap, so eine war ich. Ich war die, die bei einer Shoppingtour irgendwie immer etwas fand, quasi finden musste, weil sie sonst das Gefühl hatte, nicht genau genug geguckt und irgendetwas verpasst zu haben. Ohne Beute nach Hause zu kommen, war für mich quasi unlogisch. Ich weiß, DAS ist unlogisch. Ich schreibe deshalb extra war, denn die Zeiten, in denen ich zum stundenlangen Shoppen losziehe, liegen schon ziemlich zurück. Mittlerweile klappere ich meine gängigen Shops ab, wenn ich weiß, dass ich beispielsweise eine neue Jeans oder Jacke möchte/brauche/will, oder, wenn ich nach einem Trendteil suche, schaue ich mal vereinzelt hier und da rein. Mir fällt es auch super schwer 4 oder 5 Stunden Shoppen durchzuhalten! Da habe ich meist schon nach dem 3. Laden die Nase voll, vor allem wenn man nach Ewigkeiten aus dem ZARA ins Tageslicht tritt, und sich fragt, wie viel Uhr es eigentlich mittlerweile ist (ich verliere bei ZARA immer jegliches Zeitgefühl). 

Heute bin ich wählerischer geworden, stehe länger grübelnd in der Kabine vor dem Spiegel, frage mich, ob es wirklich zu mir passt, lasse mir Sachen zurückhängen, gebe mir Zeit oder...shoppe ganz einfach und faul online. Mittlerweile miste ich auch regelmäßiger und vor allem konsequenter aus (auch wenn das manchmal weh tut). Ich weiß, dass es nicht mehr wichtig ist, einen knallvollen Kleiderschrank zu haben, wenn du das, was drin hängt, eh nicht trägst (oder "Irgendwann-einmal-wenn-ich-eventuell-vielleicht-mal-..."). 

Meine Wunschvorstellung wäre, dass dabei irgendwann eine Garderobe übrig bliebe, die ausschließlich aus Lieblingsstücken und natürlich normalen Basics besteht. Eben auch vor dem Aspekt, dass ich bald umziehen werde und bei so einem Umzug ja jedes unnötige Gramm zählt, versuche ich mich die nächsten Monate mal an einer Challenge. Ich habe schon auf einigen anderen Blogs über die Capsule Wardrobe (Minimalistische Garderobe) gelesen und nun für mich 7 Ansätze/"Regeln" festgelegt, die mir bei meinen Kaufentscheidungen helfen sollen. Und vielleicht ist ja der ein oder andere unter euch, der das auch mal ausprobieren möchte. Der letzte Post mit den Frühlings-Picks kam ja echt gut bei euch an, also hoffe ich, dass euch auch dieser Post gefällt! :)   


1. All-time-Favorites festlegen 

Weit geschnitte Pullover, Chucks, Hoodies, Streifenshirts, Highwaist-Jeans und Cropped Tops, Lederjacke, Jeansjacke, Hemdbluse, Beanie, Karohemd, Printshirts, Playsuits... das sind z.B. einige meiner All-Time-Favorites. Dinge, die ich aus meinem Kleiderschrank fische und ich mich sofort wohl drin fühle. Teile, die ich theoretisch immer kaufen könnte, weil ich weiß, dass ich sie oft tragen würde. Jeder braucht solche Favorites. Und es ist enorm wichtig, sie zu kennen, wenn du deine Garderobe optimieren willst.  Welche sind deine?


2. Die Liste

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich einen größeren Shop betrete, würde ich manchmal am Liebsten rückwärts wieder raus gehen. Ich kriege dann immer das Gefühl, ich werde erschlagen von den ganzen Klamotten, kann gar nicht alles aufnehmen, nicht alles sehen und verpasse etwas. Das lag in der Vergangenheit aber auch daran, dass ich gar nicht wirklich wusste, was ich denn suchte. Hatte ich im einen Moment eine Jeans in der Hand, und überlegte gerade, ob ich sie anprobieren wollte, fiel mein Blick zufällig auf die Jacke daneben und zack-- war meine Aufmerksamkeit wieder woanders. In solchen Situationen kann man sich gar nicht auf seine Kaufentscheidung konzentrieren. Wenn das Objekt der Aufmerksamkeit ständig wechselt, kriegt man irgendwann zu viel und flüchtet. Ich glaube, dieses Verhalten könnte man auch partiell gut auf Männer übertragen, aber das ist jetzt hier nicht das Thema. Jedenfalls, seitdem ich gemerkt habe, wie frustrierend bzw. anstrengend Shoppen so für mich war, habe ich eine Liste in meine Handynotizen gespeichert (damit ich sie auch immer dabei habe). Diese Liste aktualisiere ich regelmäßig je nach Wünschen und das was ganz oben steht, ist am Wichtigsten. Und wenn ich doch einmal mit Freundinnen oder Schwestern "einfach so" zum Shoppen losziehe, orientiere ich mich immer an der Liste. So entspannend sag ich euch!


3. Nicht doppelt kaufen

Seitdem ich die Liste habe, verfalle ich auch nicht mehr der Versuchung Sachen doppelt zu kaufen. Ich weiß so, was ich möchte und was ich bereits gekauft habe in der letzte Zeit. Der einzige Fall, wo ich ein Teil doppelt kaufen würde, wäre, wenn es mir 1. wirklich sehr gefällt und man es auch 2. in einer anderen Farbe kaufen kann. 


4. Farbkombiniert kaufen 

Wisst ihr, was ich früher prinzipiell falsch gemacht habe beim Shoppen? Ich habe farblich nie darauf geachtet, ob es mit meinem Hauttyp und Haarfarbe harmonierte und ob die Farbe in meinen Kleiderschrank passte. Egal wie schön ich ein Oberteil (oder was auch immer) finde, stelle ich mir zuerst die Frage: Passt die Farbe zu mir? Und als nächste Frage: Mit was aus meinem Kleiderschrank könnte ich es kombinieren? Dafür musst du allerdings auch wissen, welche Farben du besonders magst bzw. zu dir passen. Das führt dann natürlich nach und nach unweigerlich dazu, dass gewisse Farben in deinem Schrank vorherrschen und das wiederum dazu, dass du immer weniger zu unpassenden Farben und Stilen greifst.


5. Für Hochwertiges sparen

Natürlich kann man ganz normal bei den gängigen Shops einkaufen. Ich versuche nur immer mehr bei bestimmten Sachen nicht auf die günstigen "Kopien" zurückzugreifen, nur weil ich dieses Teil "jetzt-gerade-unbedingt-brauche-und-nicht-warten-kann". Meistens kaufte ich dann nämlich ein billiges Look-a-Like und hatte nicht lange Freude daran. Wenn mir ein Teil wirklich gut gefällt oder man auf Qualität achten sollte, versuche ich mich im Sparen (was für mich übrigens echt eine Herausforderung darstellt).
Und das Warten hat auch den Vorteil, dass man merkt, ob man diesen Wunsch wirklich will, oder frühzeitig schon kein Interesse mehr daran hat.  

 

6. Bewusster einkaufen

Mit dem letzten Punkt kommt man auch direkt dazu, bewusster einzukaufen. Man stellt sich so nämlich viel öfter die Frage: Will ich das Teil wirklich? Brauche ich es, trage ich es auch? Oder will ich es bloß, weil es gerade alle haben, weil es Trend ist, weil es mich einfach gerade anlacht? Früher, vor allem auch in der Zeit, als ich meinen Blog startete, wollte ich immer besonders modisch erscheinen. War daher viel häufiger shoppen und habe mir Dinge gekauft, die ich nie wirklich trug. Ich dachte, ich müsste mit jedem Trend gehen, immer up-to-date sein, um schönen oder interessanten Content zu schaffen. Jetzt weiß ich, dass ich mit meinem Blog kein aktueller Trend-Guide sein will und fühle mich in der Hinsicht viel entspannter. Für manche mag es "langweilig" wirken, was ich trage. "Nichts besonderes". Für mich sind es die Sachen, die 100%ig Ich sind.  


7. Voraus denken     

Wenn man bewusster einkaufen will, muss man auch voraus denken. Das versuche ich auch darin zu unterstützen, indem ich meinen Fokus auf Sachen lege, die wirklich nötig sind und wofür ich ein altes Teil gegen das Neue aus meinem Kleiderschrank schmeißen kann. Zudem achte ich darauf, wie lange das Teil saisonal tatächlich noch tragbar ist. 


Vielleicht konnte ich ja den ein oder anderen von Euch, dazu animieren, sein Kaufverhalten mal bewusster unter die Lupe zu nehmen. Ich werde es jedenfalls die nächsten Wochen versuchen.

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