Veränderung braucht einen klaren Kopf -- Bye bye 2016



Rückblicke sind ja meine Spezialität. Jeder der mich gut genug kennt, weiß, dass ich die Königin des Analysierens bin. Ich habe bis jetzt ständig zurückgeblickt. Auf Tage, auf bestimmte Episoden, und eben auf Jahre. Überlegt, was alles passiert ist, welche Situationen ich überstehen musste, welche großen und kleinen Hügel ich umgehen musste – oder eben überqueren. In welche falschen Worte ich geschlittert bin und welchen meiner Träume ich beim Platzen zusehen musste. Und seitdem ich meinen Blog habe, sind Jahresrückblicke etwas, für das ich mir auch mehr Zeit nehme. Nur dieses Jahr brach die letzte Woche des Jahres plötzlich an, und ich hatte noch keinen einzigen Satz formuliert. Damn it! Und jetzt sitze ich also hier am vorletzen Tag des Jahres, höre das The 1975 Konzert aus der o2-Arena, und lasse mich Song um Song zurückwerfen ins Jahr 2016.





Was ich zurücklasse 

Ich höre mein Lachen, meine Herzsprünge, sehe mein schelmisches Grinsen und die Momente, die schöner nicht hätten sein können. Ich umarme Menschen, streite mich mit ihnen, erinnere mich daran, wie Küsse schmecken, höre aber auch die Zweifel in meinem Kopf widerhallen, sehe die Tränen mein Gesicht herunterlaufen, spüre die Wut und Enttäuschung und doch komme ich immer wieder zu der Erkenntnis "Es kam alles so, wie es kommen sollte". Und: nichts davon kannst du jetzt ändern. Keine neue Erkenntnis, ich weiß. Aber was mir zeitweise richtig schwer fällt, ist, nur im Moment zu leben. Denn von der Zukunft hat man noch nichts und die Vergangenheit ist schon abgetippt. Wenn sich etwas nicht so entwickelt, wie ich es mir vorgestellt habe, dann möchte ich den Fehler in der Vergangenheit suchen und hänge mich an ihr auf. Ich glaube dann immer, ich müsse es schaffen, sie wieder in die Gegenwart zu projizieren. Ging es einmal, geht es nochmal.
Aber nein, manches gibt es einfach nicht nochmal. 


Was ich gelernt habe: Nicht auf der Strecke zu bleiben  

Manchnmal gibt es einfach keine 2. Chance. Erst letzens veröffentlichte ich einen Text, in dem ich 2. Chancen eine Möglichkeit gebe. Ich habe meine Meinung nicht geändert, aber wisst ihr was der größte Fehler ist? Auf diese Chance zu warten. Man darf auf einen Coffee to go warten oder auf seinen Kontrolltermin beim Zahnarzt, aber niemals auf sein Leben. 
Veränderung bedeutet nicht nur Entwicklung. Sie bedeutet auch Vorankommen. Fortschritt, Erfolg, besser werden, weiter sehen, mehr wollen. Ohne Veränderungen, wirst du immer mehr in deinem eigenen Schatten zurückweichen, bis du irgendwann ein schwaches Abbild von deiner bis dato letzten Version warst. Du bleibst stehen oder eher stecken. Das Problem dabei: Dein Umfeld entwickelt sich weiter, du aber bleibst zurück. Also muss man die Veränderung zulassen, um nicht selbst auf der Strecke zu bleiben. Das Traurigste und Schwerste daran ist, auch die Menschen dabei zurück zu lassen, die leider nicht in die selbe Richtung laufen.   
Eine der schwersten Fähigkeiten, die man aufbringen kann, ist es nur das zu sehen, was der Moment einem gibt. Wenn wir nicht das bekommen, was wir wollen, dann ist das in dem Moment einfach so. 
Das ist etwas, das ich 2016 extrem hart lernen musste und in 2017 weiter üben werde. 


Was ich mitnehme: Du selbst bist deine beste Veränderung

Dieses Jahr steht für mich ganz klar unter dem Wort Veränderung. Denn so gerne ich diese manchmal aufgehalten hätte, sitze ich heute hier und merke wie stark ich mich selbst wieder weiter entwickelt habe. Und ich mag das. Mein größter Vorsatz für 2017? Offen für jede neue Veränderung zu sein und vor allem niemals versuchen, Dinge aufhalten zu wollen, die eigentlich nicht mehr in Bewegung sind! Du selbst bist, bleibst und wirst deine beste Veränderung sein. Und nichts und niemand, der nicht mit dir Schritt halten kann, sollte eine Rolle in deinem Leben spielen. Denn:


"Veränderung braucht einen klaren Kopf" ~ Clueso 
 
Nächstes Jahr wird für mich sehr wichtig und ich will es irgendwie richtig machen.  Deswegen möchte ich jeden Moment so annehmen, wie er ist und ihn nicht zu etwas machen, das er nicht sein kann. Ich möchte Veränderungen in die Arme nehmen, möchte sie als Herausforderungen sehen, die mich nur besser und erfahrener machen können. Wie sagt man so schön altklug? Man wächst mit seinen Aufgaben.
2017 möchte ich nicht mehr das Gefühl haben, stehen zu bleiben und auf mein Glück zu warten. Ich möchte immer weiter laufen und es einfach treffen.


Ich wünsche mir und euch für 2017 viel Lachen und Glitzer, Tage mit Freunden und Familie, die sich in unser Gedächtnis einbrennen wie Tattoos, Marmeladenglasmomente, magische Minuten, Sonnensekunden und ganz viel Abenteuer. Macht das Beste draus!
   

 


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