INSPIRATION: Herbst Mood

 

Letzte Woche hatte ich das erste Mal nach Monaten meinen Parka an. Wenn ich morgens vom Weckerklingeln geweckt werde, ziehe ich mir die Bettdecke noch ein Stückchen höher unters Kinn, weil die Morgenluft aus dem gekippten Fenster an Kühlschrank erinnert. Und ich überlege schon eine  Mütze aufzusetzen, wenn ich die Wohnung verlasse. 

Ja ich weiß wir haben ja schließlich schon Ende September und so langsam wird es Zeit, dass die Temperaturen sich auch dem Tagesrhythmus anpassen. Aber wenn man vor 2 Wochen noch über 25 Grad genießen konnte, ist halt jetzt diese Ernüchterung da. Es wird morgens später hell und abends immer früher dunkel und kann stundenlang regnen. Momentan sehe ich das Tageslicht nur hinter dem Fenster des Büros, in dem ich jeden Tag sitze. Ich lebe
am Tag quasi vorbei. Beim Frühstück blicke ich raus in den noch dunklen Himmel. Irgendwie bedrückend, moody wie man so schön sagt, und fröstelnd ziehe ich mir meine Ärmel über die Finger. Und doch, und ich werde nie müde, es zu erwähnen: Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit. Eben weil er die Schnittstelle zwischen den letzten warmen Atemzügen des Sommers und die ersten kalten Berührungen des Winters bildet. Morgens schlägt einem schon der erste Frostnebel entgegen, aber tagsüber bleibt es noch angenehm lauwarm. Seine verkürzte Tageszeit lastet noch nicht ganz so schwer auf unseren Schultern, die Abendluft riecht rauchig und klar und pustet mit dem ersten Wind zwar die Vögel gen Süden, dafür aber meinen Kopf frei. Und während ich gerade gemütlich im Bett liege und diesen Post verfasse, laufen an meiner Fensterscheibe die Regentropfen herunter. Es regnet schon seit Stunden.  Hallo Herbst.


WECHSEL IM KLEIDERSCHRANK


So wie es also aussieht, hat der Sommer sich jetzt doch verzogen und so sehr ich die letzten warmen Tage genossen habe (zumindest die ohne meinen Klumpfuß), endlich beginnt meine Lieblingsjahreszeit.  Endlich auch wieder Boots und Lederjacken und Beanies und dicke Cardigans, in die man sich auf dem Sofa reinkuschelt, wenn man müde von der Arbeit nach Hause kommt.
Wenn die Jahreszeiten wechseln, muss man sich ja zwangsläufig früher oder später auch die Frage stellen:  

Bin ich mit meinen Klamotten eigentlich dafür gerüstet?  


Die krassen Fashionvictims wechseln ihre ganzen Kleiderschränke, weil man hat ja für jede Jahreszeit alles parat. Eine Vorstellung, die mir schon immer absurd vorkam und mir nervöses Lachen entlockt. Denn trotzdem macht sich ja auch der "Normalo" Gedanken, ob man modisch durch die kalten Monate kommt. Ich habe euch bereits im letzten Outfit Posts beschrieben, warum ich Basics so liebe, und dass sie die letzte Zeit eigentlich meine allround Uniform geworden sind.
Und ich habe auch über mein Kaufverhalten nachgedacht. Noch vor 2 Jahren wäre ich wahllos in die Geschäfte gegangen, in der Annahme, ich bräuchte unbedingt ein paar neue Kleidunsgstücke für den Herbst. Was genau das sein sollte, war prinzipiell erstmal egal. Was letzendlich in den Tüten landete, war spontan. Das hat sich heute geändert. Zum Glück.
Denn was mir früher nach meinen Shoppingtrips auffiel: das waren alles nette Teile, aber dringender hätte ich eher etwas anderes gebrauchen können. Keine richtigen Fehlkäufe, nur eben eigentlich nicht Priorität Nummer 1.


DIE LISTE


Mittlerweile habe ich eine Liste, in die ich immer alles reinschreibe, was mir zwischendurch einfällt, zu brauchen. Und immer wenn ich shoppen gehe, gucke ich vorher auf diese Liste. Natürlich gibt es immer auch besondere Teile, die ich spontan entdecke und kaufe, aber grundsätzlich halte ich mich an die Liste. Seitdem habe ich das Gefühl, mehr Überblick über das zu haben, was ich suche und fühle mich nicht mehr überflutet vom ständigen Wechsel der Saisonkollektionen und den so gleichen Mustern, Schnitten und Modellen. Ich suche mir die Teile, die ich anprobieren will, gewählter aus, blende unnötige Teile mit ihren Farben aus und bin weniger abgelenkt. Zudem entwickel ich einen immer kritischeren Blick, der meine Kaufentscheidung beeiflusst. Was ich letztendlich kaufe, soll nicht nach ein paar Monaten wieder eine Schrankleiche werden. Eigentlich ist es mein Ziel, irgendwann nur Lieblingsteile in meinem Kleiderschrank zu haben. Teile, die ich auch nach Jahren noch problemlos tragen könnte, wenn ihr Zustand es denn zulässt. Und für die bin ich dann auch bereit ein paar Euros mehr auszugeben.  Diese Liste erspart mir Stress, verbummelte Zeit und Geld.
Was also derzeit also auf meiner Liste für den Herbst steht, erzähle ich euch jetzt:



Die Regenjacke 

Wie jetzt, Regenjacke, ernsthaft?! So ein Teil, was man zwischen 6 und 12 tragen musste, und welche (zumindest ich immer) nie leiden konnte? Ja, genau die. Beziehungsweise nicht genau die. Denn die Regenjacken, die man jetzt in den Katalogen und Modezeitschriften findet, sind alles andere als kindisch oder erinnern an einen Wanderausflug. Ich weiß noch genau, wie ich vor einem Jahr mit meiner Schwester in die Berge gefahren bin und sie mir eine Regenjacke geliehen hat. Ich kann nicht anders als es zuzugeben, aber ich mochte sie voll. Sie war zwar nicht das trendigste Modell, aber ab da bin ich auf den Geschmack gekommen. Und die Kataloge geben mir jetzt Recht. Diese Jacken geben einem das Gefühl, gegen das Draußen geschützt zu sein und immerhin waren ja sogar schon Gummistiefel mal ein modischer Trend. Also Ruhe, bitte.

Hemden 

Letztens trug die liebe Luise (eine meiner Lieblingsbloggerinnen) dieses Hemd von Zara und ich wusste: das muss ich haben. Nach einigem Hin und Her im Online Shop hängt es jetzt seit ein paar Tagen in meinem Schrank und - ich liebe es. Aber das liegt auch daran, dass es mir Hemden generell angetan haben. Am Liebsten gestreift oder kariert. Gerade jetzt trage ich ein kariertes, das ich letztes Jahr im Zara Sale schnappte. Was ich am meisten an ihnen mag? Dass sie einen nicht einengen und Platz für den einen Donut mehr lassen. Man muss schließlich Prioritäten setzen.


High Waist Jeans 

Ich und Jeanshosen war schon immer eine Schwierigkeit. So eine, die man bei facebook als "es ist kompliziert" definiert. Ich hatte schon immer Probleme damit, eine Jeans zu finden, die perfekt passt UND auch lange hält. Nicht, weil ich in keine normalen Größen passe. Eher, weil ich immer zwei Größen bräuchte: Eine für meine Beine und eine für die Taille. Wer bitte hat bei einer Größe S schon XS Beine? Ich jedenfalls nicht. Jedenfalls suche ich immer noch nach der einen Jeans, die mir jederzeit passt und auch eine Weile durchhält.Vor allem High Waist Jeans sind mein absoluter Favorit. Steht definitiv ganz oben auf der Liste.


Hüte  

In meinem Schrank liegen genau 2 Hüte. Einer, ein Souvenir aus dem Urlaub, vergammelt seit jeher in der Schublade, der andere hat auch schon länger kein Tageslicht mehr gesehen. Mir wird immer gesagt, ich hätte ein Hutgesicht, weswegen ich mir dann tatsächlich mal einen zulegte, den ich aber leider so gut wie nie trage. Diesen Herbst geb ich der ganzen Sache also nochmal eine Chance.


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