OUTFIT: Lost in Black'n White




Während ich hier sitze und an diesem Blogpost arbeite, schauen mich die neben meinem Laptop gestapelten Bücher vorwurfsvoll an. Eigentlich sollten sie für die Uni gelesen werden und eigentlich sollte ich für die Uni Sätze auf den Bildschirm tippen. Aber ich war noch nie die typische Studentin. Die Bibliothek ist für mich ein erdrückender Ort (in die ich nur gehe, wenn ich es unbedingt muss). Ich bin nie in dieses "typische Studentenleben" hineingewachsen, vermutlich deshalb, weil ich mich nie mit ihm identifizieren konnte.
Als ich vor fast drei Jahren nach Leipzig zog, war ich noch super aufgeregt, da ich ein komplett neues Lebenskapitel begonnen habe. Neue Leute, neues Umfeld, neue Aufgaben. Und nun bewege ich mich schon wie selbstverständlich in diesem Kapitel, in dem ich so sehr (er)wachsen konnte. Das Studium, der Grund, warum ich eigentlich
nach Leipzig kam, rückte dabei nach und nach in den Hintergrund, und dafür Dinge, die mir mehr am  Herzen lagen, in den Vordergrund. Wenn ich mal Revue passieren lasse, welche Entwicklungen ich hier erlebt habe, muss ich mich manchmal selbst daran erinnern, dass das alles in den 2 1/2 Jahren passierte. Wie ich schon einmal erwähnt habe, schaue ich Veränderungen zwispältig entgegen. Zum einen sind sie wichtig für unsere persönliche Weiterentwicklung, zum anderen machen sie mir unheimlich Angst, weil sie einem unausweichlich die Vergänglichkeit der Zeit deutlich machen. 
Und jetzt, da mein Studium bald vorbei sein wird, fange ich an darüber nachzudenken, in welche Richtung ich eigentlich gehen will. Lächelnd denke ich an die vergangenen Jahre zurück, freue mich aber auch darauf einen neuen Schritt weiter zu gehen. Nur wohin?


Manchmal erdrückt mich diese Frage so sehr, dass ich sie einfach aus meinem Kopf schiebe. Ich meine, ich hatte irgendwie immer einen Plan, wo es für mich hingehen sollte. Hatte hunderte Jobträume, die ich zwar nach und nach alle wieder verwarf, aber da war trotzdem immer einer, an den ich mich festgehalten habe; der für mich in dem Moment richtig war. Und diesmal, wo bald wirklich der Moment kommen soll, an dem ich mich schlussendlich entscheiden muss, habe ich mal - keinen Plan. Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich es doch nie durchgezogen habe, noch mal umzuziehen.Weil ich vielleicht noch zu rastlos bin, um eine Entscheidung für hier zu treffen.

Der Punkt ist, dass man schnell in diesen Modus verfällt, sich selbst einen Turm zu bauen aus Ansprüchen und Aufgaben, die man beruflich zum Beispiel erfüllen sollte. Ich habe studiert und muss jetzt einen spektakulären, aufregenden Job finden. Wirklich? Wir, vor allem meine Generation, hat heutzutage so viele Möglichkeiten und genau das macht viele zu Umherirrenden auf der Suche nach dem großen Coup. Dabei vergessen viele, dass es auch okay ist, okay zu sein. Diese unheimlichen perfekten Ansprüche an seine eigene Zukunft habe ich schon lange aufgegeben. Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass es eh immer anders kommen kann. Und das ist manchmal auch gut so. Hat man diesen Gedanken erst mal für sich akzeptiert, fühlt es sich an, als könnte man sich nach dem langen Umherirren endlich hinsetzen.    


Heute nehme ich die Dinge so wie sie kommen, so wie sie mir passieren, versuche mehr spontan Chancen wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen. Eigentlich gibt es doch nur schwarz oder weiß. "Vielleicht" ist zwar eines meiner Lieblingswörter, aber ein furchbarer Zustand. Man hängt in der Luft oder hält sich selbst alle Türe offen. Will noch warten, mal schauen.
Ich versuche die Dinge mehr schwarz oder weiß zu sehen. Und damit geht es einem doch eigentlich ziemlich gut. 







I was wearing:
Pants & Shirt & Cardigan: Vero Moda 
Bag: L.Credi 
Shades: Moschino  
Sneaker: Adidas




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1 Comments

  1. Schöner Look...ich mag die Jacke voll!

    Liebst,

    www.madlenboheme.com

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